Birdland

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8. Februar 2015 

Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) ist eine US-amerikanische Komödie von Alejandro González Iñárritu aus dem Jahr 2014. Der Film zeigt Michael Keaton als Titelheld, Zach Galifianakis, Edward Norton, Amy Ryan, Emma Stone und Naomi Watts in den Hauptrollen.

(Quelle: filmschoolrejects.com)

Handlung

Schauspieler Riggan Thompson (Michael Keaton) war vor langer Zeit weltbekannt für seine Darstellung des Comic-Helden Birdman in dem gleichnamigen Blockbuster und dessen zwei Fortsetzungen. Danach verlief seine Karriere zunehmend erfolglos, doch seine psychische Bindung an diesem Superhelden kontrolliert inzwischen sein Leben.

Jetzt sitzt der alternde Schauspieler in der schmuddeligen Garderobe eines Broadwaytheaters und versucht verzweifelt, seine Karriere mit richtiger Kunst wiederzubeleben. Er versucht sich als Bühnenschauspieler, Autor und Regisseur am Broadway. Sein aktuelles Projekt ist eine Rolle in der von seinem besten Freund Jake (Zach Galifianakis ) produzierten Bühnenadaption von Raymond Carvers Kurzgeschichte What We Talk About When We Talk About Love.

Die Handlung von Birdman folgt dem Muster eines klassischen Hinter den Kulissen-Stücks: Drei Tage vor der Premiere läuft das Projekt aus dem Ruder; man braucht dringend einen Ersatz für die wichtigste Nebenrolle und besetzt sie schließlich mit dem durchgeknalltenen Broadway-Schauspieler Mike Shiner (Edward Norton), dessen Popularität Riggan womöglich in den Schatten stellen könnte. Diese Tage sind von menschlichen und technischen Unzulänglichkeiten geprägt, aber die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wenden wird, wird nie ganz aufgegeben. Auch die Finanzlage ist prekär, und die maßgebliche Theaterkritikerin Tabitha Davidson (Lindsay Duncan ) von der Times ist wild entschlossen, das Stück zu zerreißen. Weder Riggans labile Tochter Sam (Emma Stone) noch seine gelegentlich hereinschneiende Exfrau Sylvia (Amy Ryan) tragen zur Beruhigung der Lage bei. Alles läuft auf eine Katastrophe zu und Birdman sitzt ihm im Nacken als Alter Ego, eine wahre Nemesis, die ihm auch noch Tipps gibt.

Meine Meinung:

Alejandro Iñárritus Birdman hat nicht ohne Grund den Golden Globe fürs beste Drehbuch erhalten. Allein der Dialoge wegen muss ich den Film ein zweites Mal anschauen, denn es drängen sich Scharfzüngigkeiten, Geistesblitze und trockene Oneliner in so dichter Weise, dass ich nicht folgen und auskosten konnte. Es wimmelt nur so von zitierfähigem Material. Die aktuelle Lage der Filmbranche wird gnadenlos auf den Punkt gebracht, denn: Welcher namhafte Schauspieler spielt momentan nicht in einer Comic- oder Young-Adult-Verfilmung? Und die Problematik: Kann man noch mal von vorn anfangen / Wie erfindet man sich neu? wird hier pointenreich und intelligent vorgeführt. Diese satirische Komödie über das Schicksal der Schauspieler in einer gnadenlosen Branche ist wahrlich gelungen. Die mit traumhaften Elementen angereicherte Inszenierung und zeitlichen Übergänge durch dunkle Flurlabyrinthe lässt den Eindruck entstehen, der Film sei in einer einzigen, atemlosen Einstellung gedreht worden, was, untermalt von der Musik von Antonio Sánchez eine unglaubliche Sogwirkung und somit Spannung erzeugt.

Und am Ende scheint der Held wieder Flügel zu haben, wie Phönix aus der Asche.

Kategorien: Kino

Kommentare: 2

10.02.2015 17:29
Hendrik:

Da wäre ich gern dabei gewesen, so wei Du das beschreibst. Und warum ist es dann gutgegangen? Wie kam der Phönix aus der Asche? War Thabita dann doch hingerissen?

07.06.2015 20:03
Heike S.:

War sie. Aber ich kann doch nicht alles verraten :)
Inzwischen dürften aber alle, die sich für den Film interessiert haben, informiert sein.
LG

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